Mittagessen in Schwarmstedt

Täglich (außer Donnerstag/Sonn- u. Feiertage) mind. 3 Gerichte zum Mittagstisch für nur 6,90 € - immer zusätzlich zur Hauptkarte - aber immer nur, so lange der Vorrat reicht... :)



Woche: 16.01. - 21.01.2017

z. B. Schweine-Hacksteak mit Paprikasoße und Pommes frites

Schweinefiletstreifen mit Champignons in Sauce Hollandaise, dazu Kartoffelgratin

Königsberger Klopse in Kapernsoße, mit Heidekartoffeln

inkl. "Tagessuppe" nur 8,90 €


!!! Ab 2017 neuer Restaurant-Ruhetag: Donnerstag !!!


Darf ich bitten? Oder wollen wir erst tanzen...

Generationen von Schwarmstedtern haben in Tepe's Saal in der Kirchstraße Standardtanz, Etikette & mehr gelernt!

Bis Mitte der 80er war es Herr Gebhardt aus Hildesheim, der versuchte Anstand und Tanzschritte in das Jungvolk zu (sch)impfen!


Beim Abschlussball spielte sogar eine Band auf der Bühne des (damals größeren) Saals und in der dunklen Sektbar wurden die ersten Erfahrungen mit Alkohol und dem anderen Geschlecht gemacht - man durfte sich nur nicht erwischen lassen! :)

Nach einer längeren Durststrecke, während der die tanzwilligen Jugendlichen bis nach Walsrode fahren mussten, pachtete Peter Balzer Anfang der 90er den Saal komplett vom Leine-Hotel und eröffnete nach umfangreichen Umbauarbeiten die erste feste Tanzschule in Schwarmstedt!

Auf der Silvesterparty 2009/2010 verabschiedete er sich offiziell von seinen "Schülern" in den Un-Ruhestand - und macht jetzt (hoffentlich) die sieben Weltmeere auf Kreuzfahrtschiffen unsicher...

Bereits 2009 hat Gerrit Stoffer in der "Tanzschule Balzer" mitgearbeitet und unter anderem unserem Bürgermeister die Saturday-Night-Choreo für die NDR-Sommertour erfolgreich beigebracht.

Ab 01.01.2010 mischte der Hamburger Jung' dann federführend die Schwarmstedter Tanzbegeisterten auf:
Mit Motto-Partys, Hip-Hop-Vorführungen und freshen Tanzkursen wollte er frischen Wind in die alterwürdigen Mauern bringen - doch hieß es dort immer noch "Ob Jive, ob Walzer... Tanzschule Balzer"!

Seit April 2016 ist aber auch das Geschichte, als Berko Meyer und sein Team die sanierten Räume als "Studio K12 - Tanz- und Eventlocation" neu eröffneten!


Weltmeisterbesieger

Was kaum einer weiß - und nur noch die Dorfältesten zu erzählen wissen:

Als Hannover 96 im Jahr 1954 Deutscher Meister wurde, stand ein Mann aus der Schwarmstedter Fußballjugend im Tor!


Hans Krämer wurde 1947 nach einem Freundschaftspiel zwischen dem SV Schwarmstedt und Hannover 96 vom Fleck weg für das Oberligateam der Roten verpflichtet.

Am 23. Mai 1954 folgte der sportliche Höhepunkt in Hamburg:
Im Finale um die deutsche Meisterschaft besiegte 96, mit Hans Krämer im Tor, den hohen Favoriten 1. FC Kaiserslautern sensationell mit 5:1. Für Kaiserslautern spielten neben Fritz Walter vier weitere Nationalspieler, die wenige Wochen später das Wunder von Bern schaffen sollten!

In der "Torwarthistorie" von Hannover 96 steht dazu:
Bereits in der Oberligasaison 1947/48 sorgte der erst 18-jährige Schüler Hans Krämer im Kasten der 96er erneut für Aufsehen. Viele Experten sahen in ihm den besten Torhüter Norddeutschlands und in den 1950er Jahren galt er für viele Journalisten gar als ernstzunehmender Konkurrent von Nationaltorwart Toni Turek....Hans Krämer ist der einzige Fußballer, der sowohl 1947 in der ersten als auch 1963 in der letzten Spielzeit der Oberliga Nord aktiv war.

So ist es natürlich nur logisch, dass sich auch in Schwarmstedt ein Fanclub von Hannover 96 gründet:
Wenn die Mitglieder vom "Fanclub 96 Aller-Leine-Tal e.V." nicht im Stadion sind, treffen sie sich regelmäßig zum gemeinsamen Fußball schauen in Tepe's Gasthof!


Schwarmstedt zu Röpke's Zeiten

Aus "Wilhelm Röpke: Ein Leben in der Brandung" von Hans Jörg Hennecke.

»Das letzte Abendrot des langen Sonnentages, in den wir noch hineingeboren wurden«:
Jugend im Voraugust (1899-1918)


Ein Dorf in der Heide

Mitten im Städtedreieck zwischen Hannover, Celle und Verden am Südrand der Lüneburger Heide gelegen, ist das Dorf Schwarmstedt um das Jahr 1900 auf dem besten Wege, sich zu einem ländlichen Zentralort mit bescheidenem Wohlstand zu entwickeln.

Die alte, schon um 1150 erwähnte St. Laurentius-Kirche mit ihren beachtlichen Gewölbefresken aus der Spätgotik bildet den religiösen und kulturellen Mittelpunkt des Dorfes. Großzügige, unregelmäßig geschwungene Straßenzüge prägen das Ortsbild ebenso wie die stattlichen Gehöfte niederdeutscher Bauart, deren Fachwerkbalken zur Straße hin oftmals mit Stoßgebeten und Sinnsprüchen ihrer Bewohner verziert sind.


Im Westen stößt das Dorf hart an die Niederung der Leine, die sich, von Hannover kommend, in der flachen Landschaft windet, bevor sie sich ein paar Kilometer unterhalb mit der Aller vereinigt.

Es ist allem Anschein nach ein intaktes und harmonisches Milieu, eine urwüchsige und naturnahe Lebenswirklichkeit, die, während anderenorts Industrialisierung und Urbanisierung die traditionellen Landschaftsbilder, Siedlungsformen und Sozialbeziehungen längst unwiederbringlich überwuchert haben, in ihrer herben Romantik fast schon ein wenig archaisch anmutet.

Dass man hier im Süden der Lüneburger Heide die Niederlage des Königreichs Hannovers von 1866 und die Annexion durch die Preußen nicht verwunden hat und auch noch nach Jahrzehnten dem volkstümlichen Welfengeschlecht innerlich die Treue hält, deutet auf ein intaktes Heimatgefühl und eine konservative Grundhaltung hin. Ähnlich wie im Rheinland wird die Herrschaft der wesensfremden Preußen mehr erduldet als akzeptiert.

Um 1900 hält die Moderne auch in Schwarmstedt Einzug, aber sie tut es langsam und ohne die überlieferten Formen des Zusammenlebens zu zerstören. Schon seit 1877 gibt es in Schwarmstedt ein Kaiserliches Post- und Telegraphenamt, zur Jahrhundertwende hat sich der Ort als Eisenbahnknotenpunkt an den Strecken Hannover-Soltau und Celle-Verden etabliert und erhält einen Bahnhofsneubau mitsamt dem Hotel »Schwarmstedter Hof«, so dass ein wenig Fremdenverkehr und der Duft der großen, weiten Welt ab und an in das Heidedorf hineinwehen.

Die verbesserten Verkehrsanbindungen tragen auch zum Aufblühen des Gewerbes bei. Das Kaufhaus Rosenbrock gilt als das größte der ganzen Gegend, 1894 wird die Apotheke der Familie Narjes, später Bohne, gegründet, deren »Schwarmstedter Keuchhustenpulver« eine lokale Berühmtheit ist.

Zum Ortsbild gehört schon damals die Buchhandlung und Druckerei Gramann, das Uhrengeschäft der Familie von Einem, die Säge- und Kornmühle Warnecke und die »Bier-, Wein- und Liqueurehandlung August Effinghausen«, die Bier und Fassbrause in einem Hundekarren an die umliegenden Haushaltungen ausliefert.

Dank der guten Bahnanbindung lässt sich auch der eine oder andere wohlhabende Geschäftsmann aus Hannover nieder und wertet mit einem großzügigen Villenbau das Ortsbild auf.

Auch das gesellige Leben in Schwarmstedt wandelt sich um die Jahrhundertwende:
1901 wird der schon seit einigen Jahren aktive Schützenverein offiziell aus der Taufe gehoben, im benachbarten Bothmer gründet sich 1906 der Radfahrverein »Wanderlust«.

Auch die Industrialisierung rückt näher an Schwarmstedt heran: 1907 wird, wie an anderen Orten der Provinz Hannover, im nahegelegenen Hope ein Kalibergwerk eröffnet, und 1915 errichtet man bei Marklendorf eine Schleuse, um die Aller für den Frachtverkehr schiffbar zu machen.



Die sozialen Strukturen bleiben ungeachtet der vorrückenden Industrialisierung im Wesentlichen agrarisch geprägt. Die Arbeiter in den nahegelegenen Bergwerken sind unverändert in ihre bäuerliche Lebenswelt eingebunden, die Landwirtschaft bestimmt die soziale Ordnung und lässt das Dorfleben wie von alters her dem Rhythmus der Jahreszeiten folgen. Wohlhabende Gutsbesitzer, Pächter und Bauern, Kaufleute und Handwerker bilden soziale Schichten, zwischen denen zwar Standesgrenzen und Abstufungen bestehen. Aber diese bleiben im Lebensalltag des Dorfes eng aufeinander bezogen und sind durchlässig für soziale Aufsteiger: »Vollmeier, Halbmeier, Viertelsmeier, Brinksitzer, Kötner, Anbauer, Abbauer und Häuslinge, zwischen sie gestreut die Handwerker, Händler und dann die Arbeiter und Angestellten, welche Eisenbahn, Wegebau, Post und nahe Kalibergwerke der dafür erstaunlich lange aufnahmefähigen Dorfgemeinschaft zuführten, sie alle fügten sich zu einem sozialen Stufenbau, in dem es keine trennenden Abstände und keine schroffen Abgründe gab.«

Und wenn es in diesem Milieu soziale Instanzen gibt, denen jeder Dorfbewohner ohne Standesunterschied mit Respekt und Achtung begegnet, so sind es diejenigen, auf deren Hilfe man in irdischen oder seelischen Notlagen angewiesen ist: der Landarzt und der Pastor mitsamt ihren tüchtigen Ehefrauen.

Flaches Land, hohes Lob

Einen sehr schönen Artikel über eine Wanderung im Aller-Leine-Tal hat Achim Balkhoff in der HAZ geschrieben:

"Ausgangspunkt der 14-Kilometer-Tour ist der Parkplatz „Am Beu“ in Schwarmstedt. Von hier folgen wir dem Deich in Richtung Norden und biegen nach 100 Metern links ab. Kurze Zeit später öffnet uns eine alte Holzbrücke den Weg in die Leinewiesen. Wer freut sich jetzt wohl mehr: der quakende Froschchor, der am frühen Morgen die zweibeinige Gesellschaft lauthals empfängt? Oder der Wanderer, der diesen zarten Hauch von Dunst aufsaugt und den Rest der Welt hinter sich lässt?"

Die komplette Schilderung von Achim Balkhoff gibt es leider nicht mehr online (nur hier als pdf), dafür aber HIER zum Nachlesen - und einen schönen Bericht über das Aller-Leine-Tal auf den Seiten des NDR!